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Monty Python
Monty Python

Mittwoch, 12. April 2017

Schreibwarnung

Aufgrund einer akuten, diffusen Bedrohungslage
im generellen Bereich hat das Bundesministerium
für Inneres eine Schreibwarnung heraus gegeben.
Es betrifft alle Buchstaben und Wörter, die
zur Zeit ungeprüft im Umlauf sind. Immer
wieder tauchen gefälschte Wörter in den
Netzwerken auf, die teilweise mit absurden
Inhalten versehen wurden und bei Benutzung
allergische Reaktionen bzw. spontane Gehirn-
aktivität auslösen können.

Daneben gibt auch viel "Fake" Wörter, die
unter Verdacht stehen, sich in einer falschen
Bedeutungsumgebung aufzuhalten und dort
unerkannt ihr Unwesen treiben können oder
gezielt korrekt geprüfte Sachverhalte zu unter-
wandern durch inoffizielle Information oder diese
jewails infrage zu stellen.

Mitunter tauchen solche Wörter in letzter Zeit
vermehrt auch in Talkshows auf, die vermeintlich
seriöse Themen vorgeben, in Wirklichkeit aber nur
als illegale Wortwaschanlagen für gefälschte Wörter
agieren.

Sie tarnen sich häufig innerhalb des Themenbereich
mit der Bezeichnung Zukunft, sozial oder geben vor,
wichtige Felder in diesem Bereich abzudecken, treten
gar im Namen der Gerechtigkeit auf, sind in Wirklichkeit
aber nur daran interessiert schmutzige Wörter umzuwandeln
in einwandfreie völlig Unverdächtige.

Wir warnen davor, diesen Ausdrücken Glauben
zu schenken. Solche Wörter mit verdächtigem
Inhalt sollten nicht gelesen werden und
unverzüglich an die neutrale Google-Prüfstelle
für gefährdende Inhalte weiter gegeben
werden, damit sie nicht gelesen werden.
Außerdem besteht Wortsuchtgefahr.

Sie sollten vor dem Gebrauch von Experten
auf verdächtigen Inhalt untersucht werden.
Dazu werden Packete mit extra dafür
ausgebildeten Robotern einer Prüfung
unterzogen.

Nur vorher unverdächtiger Inhalt darf zur
weiteren Verwertung freigegeben werden, um
den Endverbraucher nicht unnötig mit Denkvorgängen
zu überfordern+. Dafür steht das + neben Google,
für sauberen, gesiebten inhaltsfreien Raum, der
nicht mit zusätzlichem ungefiltertem Feinstaubinhalten
die Gedanken verunreinigt.

Google erfüllt schon jetzt die EU-Norm für sauberes
Denken und sorgt dafür, daß nur noch saubere, gefilterte
Inhalte in die Öffentlichkeit gelangen, die vorher
geprüft und aussortiert wurden. Nur inhaltsfreie
Post wird der Öffentlichkeit empfohlen und darf
weiterhin gelesen werden.

Für eine saubere, sterile Welt, in der alle Menschen
sich lieb haben und es überall Blumen gibt und Pferde,
alle lieb und hübsch sind und nur noch das lesen dürfen,
was Google ihnen empfiehlt.

Die neue keimfreie Welt, wo Kühe auf grünen Wiesen weiden
und alle Hühner nur glückliche Eier legen und auch sonst
immer alles im grünen Bereich liegt.


Freitag, 7. April 2017

Das tägliche Betroffenheits-Gesülze

Man tut immer so betroffen in den Medien
und den Netzwerken, bei Scheißberger & Co,
wenn sich ein Hartz IV Empfänger wieder
einmal die Kugel gegeben hat oder der jährliche
Kinderarmutsbericht aufzeigt, daß eben doch nicht
alle Kinder die gleichen Chancen haben und
das Herkunft eben doch immer noch die entscheidende
Rolle spielt, unabhängig von Begabung oder Talent,
das man vielleicht mitbringt, im Gegensatz dazu, was
man immer so lauthals in  der Öffentlichkeit heraus
posaunt und mit großen Tönen dem Publikum
vor die Füße kackt.

Aufgeblasenes Gehabe und leeres Geschwafel, das
man von sich gibt in der Politik und in den
Medien. Vielleicht auch, weil es die da unten
geben muß und auch die da oben und das Elend
notwendig  ist, um die Ängste zu schüren, damit die
Arbeitnehmer kuschen, funktionieren und niemand
aufmuckt und auch der Rest sich in dieses perfide
System der Angst einfügt, um nicht dorthin zu kommen,
wo das Elend bereits ist.

Aber im Grunde geht es wohl auch gar nicht
um wirkliche Veränderung, sondern nur darum, sich
an den Themen aufzugeilen, sich daran abzuarbeiten
und daran zu verdienen, anstatt wirkliche Perspektiven
zu schaffen für eine Gesellschaft in der jeder die gleichen
Chancen hat.

Schwangere Jugendliche, Schuldenberater und die
hilfsbereite Polizei sind wohl immer ein dankbares
Thema, auf das man sich gerne stürzt und nicht zu
vergessen, die vielen Superstars, die überall wie
Pilze aus dem Boden sprießen. Von den vielen
zerbrochenen Persönlichkeiten hört man komischer-
weise nie etwas in den Metien.

Es wird einfach so getan, als wolle man Abhilfe
schaffen, um die Not zu lindern, stattdessen geht
es nur ums Niedermachen, ums Runterputzen und
ums schikanieren.

Es geht nur darum, wie die Geier um das Aas
zu kreisen, um darauf zu warten, daß man, wenn
es denn irgendwann soweit ist, endlich auch ein
Stück vom Kuchen bekommt und die Reste, die
dann noch übrig sind, in bare Münze umzusetzen
und sich an dem Aas zu weiden und satt zu essen.
Sich am Elend des anderen zu erfreuen und sich am
Unglück des Nächsten zu weiden.

Es geht um Profilsucht und Selbstdarstellung,
um die Selbstgefälligkeit und daß Licht in dem
man sich selber sehen möchte. Indem man andere
nieder macht, steht man selbst umso besser da.

Man möchte herausragen auf Kosten derer, die
ganz unten sind. Man benutzt das Elend, um sich
selber gut darzustellen und nicht um Abhilfe zu
leisten.

Man möchte eine Medaille nach Hause tragen und
ausgezeichnet werden, weil man in irgendeinem
Kriegsgebiet oder heutzutage auch städtischen
Vorort irgendeinen namenlosen Betroffenen beim
Sterben zugesehen hat oder dabei wie jene, die
im Elend leben, sich gegenseitig massakrieren und
abzocken und setzt dabei auf diverse Netzwerke
und die Sensationsgier der Mehrheit.

Man möchte geklickt werden, geliked und kassieren
um jeden Preis, für seine abgrundtiefe Verdorbenheit,
für seine Skrupellosigkeit und Hinterfotzigkeit, die
man jedem  zur Schau stellt, damit auch andere die
Gelegenheit haben, dem Voyeurismus zu frönen und
teilzuhaben an der Dekadenz der verkommenen
Gesellschaft, die sich unentwegt selber feiert für
ihre eigene Verdorbenheit.

Samstag, 1. April 2017

Slow Food - die neuen Hippster - es ist eben alles eine Frage des Eventcharakters

nicht mehr einfach in sich hinein stopfen, bloß
weil man vielleicht Hunger hat, so etwas banales
schickt sich nicht mehr, es muß nun jede Gurke und
jedes Salat Blatt einzeln rhetorisch aufbereitet und
ausdiskutiert werden, bevor es den Teller berühren
und man es verkosten kann.

Es muß daran geschnüffelt werden und Aroma haben
und darf nicht einfach ganz banal irgendwo auf irgendeinem
beliebigen Feld gewachsen sein, es muß seine kulturelle
Abstammung nachweisen und von katholischen Bergarbeitern
bei Vollmond geerntet worden sein, damit das Wasser im
Aroma erhalten bleibt. Nur so kann es seine Wirkung
vollständig entfalten und dem ganzheitlichen Gedanken
entgegen eilen.

Fressen ist heute ein kulturelles Event, das man zeremoniell
inszenieren muß, über das man stundenlang diskutieren und
applaudieren muß, anstatt es lapidar auf den Tisch zu knallen
wie es früher einmal war:

"Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt basta
 und wem's nicht schmeckt, der geht eben leer aus"

Fressen ausdiskutieren bis es oben wieder heraus
kommt, das ist jetzt das neue Hobby der Upper-Class
und der Yuppies, die neue Korrektheit in ihrer
abgeschliffensten Form,  die lieber über den Wein
sprechen, anstatt ihn zu saufen, die Besser-Pisser und
ökologisch korrekten Tofu-Fresser, die mit ihrer
Laktose-Unverträglichkeit und Insuffizienz,
die jedes Korn einzeln in Wasser aufgehen lassen,
weil es gut ist für die Verdauung und damit die
Ballaststoffe sich voll entfalten können und alles
in der Balance bleibt.

Mein Vater hat einmal gesagt: "Wer keine Probleme hat,
der macht sich welche". Könnte man wohl kaum besser
auf den Punkt bringen. Die wohnen auch nicht einfach
nur in einem Haus, sondern in einem Loft, sowas schicki-
mickimäßig Ausgebautes, wo vorher Schweine drin
geschlachtet wurden oder Leute erschossen oder wo
sich mindestens jemand aufgehängt hat.

Aber die sind da hinein gezogen wegen dem besonderen
"Flair" und dem kompakten Eventcharakter. Sie lieben
Frank Gehry wegen seines visionären Utopismus und
mögen progressive Kunst. Dabei wissen sie eigentlich
gar nicht einmal, was das eigentlich bedeutet. Aber
das müssen sie auch gar nicht.

Es ist eben angesagt und alle fahren darauf ab in
der Upper-Class und das allein ist Grund genug, etwas
gut zu finden. Eine eigene Position ist dazu nicht
erforderlich und kann bei Bedarf erworben werden.

Ich verweise diesbezüglich auch auf die lokalen
Sonderangebote bezogen auf verschiedener Positionen
wie sie in der lokalen Wirtschaft immer mal wieder
zur Verfügung stehen und im Angebot sind. Diese
Positionen sind flexibel und an jede Situation
anpaßbar.

Auch die Metien bieten hier ein breites Angebots-
spektrum an und man hat eine große Auswahl
an Positionen, die man bei Bedarf vertreten
kann.