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Monty Python
Monty Python

Mittwoch, 17. Januar 2018

Die Technik wird es richten

Mails - die Pest des 21. Jahrhunderts. Jede Mail,
die man nicht bekommt, ist eine gute. Willst du
dir den Tag versauen, mußt du deine E-Mails schauen.

Und über was da alles geschrieben wird und anscheinend
der Erwähnung wert ist: Sicherheitslücken, Gewinnversprechen,
Traumjobs (die es wahrscheinlich auch nur im Traum gibt),
Penisvergrößerungen, Lebensverbesserungstipps, Werbung
und Freundesvorschläge von denen man noch nie gehört hat,
Mars- oder Mondbewohner möglicherweise von Facebook und Co
und wenn man sich die mal ansieht, leben die wahrscheinlich
auch dort - hinterm Mond.

Früher gab es einmal Briefe, handgeschrieben, jedes
Wort sorgfältig abgewogen und bedacht, manche
Umschläge sogar mühevoll gestaltet und bemalt.

Etwas, was die Wertschätzung der adressierten Person
zum  Ausdruck brachte und heutzutage ist man froh, über
jeden Brief, den man nicht bekommt, weil man ohnehin
weiß, was drin steht. Ein aufgestellter Blitzer neben
irgendeiner Kaschemme, ein Steuerbescheid, eine Nach-
zahlung, eine Mahnung, Rechnung, Versicherung oder sonst
eine Abbuchung von den Zecken und Blutsaugern der heutigen
Zeit, die sich am Blut ihrer Wirte nähren.

Briefe, Emails - heute mehr Ausdruck der Geringschätzung
und der Abwertung, der Abfertigung und des abstrusen
Menschenbildes, das sich ausbreitet wie die schwarze
Pest.

Früher kannte man den Postboten mit Namen und freute
sich, wenn er kam, heute ist man froh, wenn er wieder
weg ist und keinen "Brief" hinterlassen hat. Man macht
3 Kreuze, wenn man den sieht und denkt: Hoffentlich
fährt der vorbei.

Briefe und  Emails, Ausdruck einer gestörten Kommunikation,
einer gestörten Welt, einer fehlgesteuerten und geleiteten
Gesellschaft, deren einziges Bestreben darin liegt, ihr
Vermögen zu mehren und sei es, indem man den Rentner bestiehlt
oder den Kranken ausraubt.

Wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier. Gustav Heinemann
hat einmal gesagt: Den Wert einer Gesellschaft erkennt man
daran, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht.

Wenn man dies auf die heutige Zeit bezieht, dann ist es um
unsere  Gesellschaft grauenhaft bestellt. Man bestärkt
den Reichtum, indem man es den Armen nimmt.

Und natürlich: Lauthals verkündet, wie sehr die Wirtschaft
blüht und gedeiht, an der Armut der Masse. Die Armut großer
Massen ist der Gewinn der Konzerne. Die Monopolisierung
der Wirtschaft schreitet voran. Reichtum für wenige, Armut für
Viele.

Das politische Grundkonzept vieler Regierungen. Es klingt
zynisch, ist aber längst Normalität.

Das Geld ist dabei der Maßstab: Wer ist produktiv
und wer kostet. Danach richtet sich die Behandlungs-
weise und die Wertigkeit.

Heinrich Böll, der wieder mal so viel Zitierte in
diesen Tagen, hat einmal gesagt: Es ist keine Kunst,
ein ehrlicher Mann zu sein, wenn man täglich Suppe
zu löffeln hat.

Der Umgang mit Armut und Bedürftigkeit spricht lauter
in diesen Tagen und das Fehlen jedes politischen Konzeptes
dagegen, ist sicher kein Zufall, sondern schlicht
Absicht.

Wo sich doch sonst so sehr um jede Kleinigkeit gekümmert
wird: Zum beispiel, wenn es um das Eintreiben von Straf-
zetteln geht, da fällt es einem schwer, daß so ein großes
Problem angeblich gar nicht gesehen werden soll.

Es ist ein Fundament der Politik Armut zu fördern
und Reichtum zu schützen.

Der Zynismus und die Frechheit des Kapitals ist schlicht
grenzenlos. Genauso wie das Schweigen der Armut und des
Hungers.

Dienstag, 2. Januar 2018

So wie ich die Sache sehe

Die wirtschaftliche Lage ist nur deshalb so
ausgezeichnet, weil es viele prekär Beschäftigte
und Niedriglöhner gibt, die mangels Alternativen
gezwungen sind, auf diese unwürdige Weise
ihr Geld zu verdienen.

Sie fallen aus der Sozialversicherungspflicht heraus
und werden von der politischen Kaste gegeneinander
ausgespielt und isoliert.

Insbesondere die unteren Einkommensschichten leben
in ständiger Angst vor Jobverlust und Totalabstieg.
Viele Rentner werden durch das Steuersystem
zusätzlich und doppelt belastet, während die oberen
Einkommensschichten immer mehr entlastet werden.

Die künstlich inszenierte und geschürte Terrorangst der
Politik wird hier nur kurzzeitig für Ablenkung sorgen,
an der Problematik wird sich fundamental nichts wirklich
verändern.

Sie fordern zu einem Zusammenhalt auf, den es
auch vorher so nie gegeben hat, sicherlich auch
nicht ganz uneigennützig, weil sie sich doch recht
bequem eingerichtet haben und auch gar keinen
Hehl daraus machen, daß sie das auch in Zukunft
so wünschen.

Nur als Anmerkung: Eine Demokratie ist nicht dazu
da, um Ihnen und ihrer Clientel Frau Merkel ein
schönes und bequemes Leben zu ermöglichen.
Demokratie lebt von der Verantwortung, die
man auch bereit sein muß zu tragen. 

Die gesellschaftliche Schicht zwischen arm und reich
ist inzwischen dank ihrer Politik, zu einer unüberwindlichen
Mauer geworden, von der die Wirtschaft immer
mehr profitiert und natürlich wie jedes Jahr sind
die Wachstumsprognosen sehr positiv - man sollte
sich fragen, wer den Preis dafür zahlt.

Wenn man eine bestimmte Volksgruppe immer ausbeutet,
gibt es stets eine andere Volksgruppe, die davon
profitiert, denn wo einer ausfällt, steht ein anderer
schon parat. Das ganze System basiert auf Not und Aus-
beutung.

Die unteren Einkommen werden steuerlich so sehr
belastet, daß es nur über Schwarzarbeit einen Weg gibt,
aus diesem Dilemmma heraus zu kommen, nicht weil man
diesen Weg beschreiten wollte, sondern weil diese
Schicht so stark belastet wird mit Steuern und Abgaben,
daß sich arbeiten sonst gar nicht mehr lohnen und
man nur für Steuern und Abgaben arbeiten würde.

Und so schließt sich dieser Kreis aus vorhandener Armut
und neuer Armut, der durch das Gesetz fundiert und
bestärkt wurde und von dem die Wirtschaft so sehr
profitiert und immer weiter wächst. Armut erzeugt
immer neue Armut und kein Wachstum für die, die
davon betroffen sind.

Neue Armut der einen Schicht bedeutet Wachstum für die
andere Schicht.

Nun hat dieses Hartz IV-Sydstem natürlich den Vorteil,
daß man die Bürger, die darin gefangen sind, sehr stark
kontrollieren und bevormunden kann. Und sicher ist das
auch einer der Gründe, warum es diese "verordnete"
Armut überhaupt gibt. Kontrolle ausüben über Menschen.

Natürlich ist die Wirtschaft nicht daran interessiert,
dieses zu verändern, denn es gibt nichts Schöneres,
als abhängig Beschäftigte in Angst um ihren Arbeitsplatz
zu halten, damit sie funktionieren. Auf diese Weise
kann man ihnen auch immer mehr zumuten, als es der
Anstand vielleicht gebieten würde für immer weniger
Geld, weil eben viele aus der "Solidargemeinschaft"
heraus fallen durch Zeitarbeit oder Teilzeit-
beschäftigung und das auch gleichzeitig Druck-
mittel ist, für alle anderen.

Sie fordern eine Solidarität ein, die sie selber
nicht bereit sind, auszuüben. Und sie fordern sie
von denen, die ohnehin schon durch hohe Steuern und
Abgaben belastet sind und nicht von denen, die
ohne Not viel abgeben könnten, es aber nicht
tun.

Freitag, 8. Dezember 2017

Gesellschaftsanalyse - jetzt mit noch 10% mehr Inhalt und Gewinnchance

Planlosigkeit und Maßlosigkeit sind zwei "Werte",
die in unserer auf effektiv und Funktion getrimmten
bzw. reduzierten Gesellschaft vorherrschen. Das ist
gar nicht soweit entfernt, von dem, was der Mensch
im zweiten Weltkrieg zu "leisten" imstande war. Es
herrscht eine Art Krieg, nur auf einer anderen
Ebene.

Wenn die wirtschaftliche Not erst einmal Einzug
gehalten hat und die Profiteure der Maßlosigkeit
mit der Macht auf Du und Du küngeln, kann man sich
sicher sein, daß die richtige explosive Mischung
entsteht, um alle  Gepflogenheiten des menschlichen
Miteinanders über kurz oder lang über Bord zu werfen.

Die jahrelange Ignoranz der Politik gegenüber
den paradisischen Zuständen für alle Arten von
Raubrittern, denen es auf die eine oder andere
Million gar nicht ankommt, fordert jetzt ihren
Preis. Und der Preis für die hochtrabenden Pläne
der politischen und wirtschaftlichen "Elite" sind
niedrige Löhne weltweit, Ausbeutung und Hunger.

Man hat sich gewöhnt an billige Kleidung, billiges
Essen und Konsumartikel aller Art und dabei vergessen,
daß es auch Menschen gibt, die davon leben müssen,
daß sie diese Sachen produzieren.

Alles wird unter dem Licht des Konsumenten beleuchtet
und nicht unter dem Aspekt der Menschenwürde. Der heilige
Konsum, die alltägliche Litanei der Zahlen beherrscht
die mediale Aufmerksamkeit.

Der Mensch ist reduziert auf ein Produkt, das eine Funktion
erfüllt, ein Bedürfnis stillt, wie in einer Bedürfnisanstalt,
einem Abort.

Die Technik ist der Gott, der alles lösen kann und die
Gläubigen werden nie alle, um dieses auch jedem zu
verkünden. Vergessen wird schnell, wieviele Arbeits-
plätze verloren gehen durch eben diesen "Fortschritt",
wieviele Menschen um Lohn und Brot gebracht werden durch
diese "Errungenschaften".

Die Banken und Konzerne bestimmen das Weltbild, in dem
allein der Gewinn und die Habenseite den Ausschlag geben.
Sie kennen nur ein plus oder minus, alles dazwischen ist
von übel.

Das Bedürfnis muß befriedigt werden, das Glück erfüllt,
das neue Haus, das neue Auto es muß bestellt und gepflegt
werden, als sei es etwas Lebendiges, ein Familienmitglied,
während gleichzeitig die Not des Nachbarn ignoriert und
übersehen wird, die Not des Wohnungslosen, des Hungernden,
der Kriegswaisen. Not soll etwas Geklärtes sein, was
innerhalb eines geordneten Prozesses stattfindet und sich
nicht etwa verselbstständigt. Mir sind die Bilder noch
im Sinn, von den durch Polizeieskorten begleiteten Flüchtlings-
strömen.

Not will geordnet sein, damit wir sie von uns fernhalten können.
Sie muß sich einem Erfassungssystem unterwerfen, damit wir
sie kontrollieren und uns selbst in einer scheinbaren
Sicherheit wiederfinden können. Ich höre allenthalben:

"Ein weiter so kann es nicht geben" - eure Worte hör ich
wohl, allein mir fehlt der Glaube. Die Nöte und Ängste
der Menschen sind doch längst Grundlage jeder erfolgreichen
Wirtschaftspolitik. Nur durch sie kann man sich sicher sein,
daß es immer genügend Menschen gibt, die für ein paar
cent alles machen müssen, einfach um zu überleben.

Armut kennt keine Solidarität. Wer arm ist, muß ums Überleben
kämpfen und denkt nur an die nächste Mahlzeit, nicht an die
große Politik. Wer zynisch ist, könnte jetzt sagen: Dann läuft
wohl alles in die richtige Richtung. Die Politik kann in Ruhe
weiter regieren, während die Mehrheit der Bevölkerung damit
beschäftigt ist, das Brot auf den Tisch zu bekommen.

In einer solchen entmenschlichten Gesellschaft, wie der
Unseren, in der selektiert wird, nach Erfolg und Mißerfolg
und Menschen nur dann einen Stellenwert haben, wenn
das Bankkonto gut gefüllt ist, kann man das so sehen.

Man kann es aber auch sehen als eine Folge der jahrelang
verfehlten Politik, die nur das Gewinnstreben Einzelner im
Blick hatte, auf Kosten aller anderen.Wie kann so etwas
gerecht sein ?