background comfortable: an alien friendly room to stay
Monty Python
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Sonntag, 19. März 2017

Erfolgreich Zuhause bleiben...

Mit diesem Einführungskurs für's Zuhause bleiben
möchte ich vielen Neueinsteigern einen simplen
Einstieg ermöglichen in den spannenden Bereich
des "vivre bonheur" und gleichzeitig etwas die
Barrieren nehmen im Umgang mit dem ungeübten
und verunsicherten Zuhausebleiber. Es gibt oft
falsche Vorstellungen über die Tätigkeit des
Zuhause bleibens( so etwa das ausschließliche
Sitzen auf einem Stuhl, das nur ein Teilbereich
der umfassenden Tätigkeit abdeckt)

Grundlegendes Zubehör sollte, falls möglich,
vorhanden sein in Form eines:

1. Zuhause (Das kann ein Behältnis sein, in
   das man sich für gewöhnlich zurück zieht,
   um nicht weiter gestört zu werden und sich
   dem allgemeinen Trubel zu entziehen)

2. Ein Lesegerät zum Entnehmen dieser
   brisanten Informationen von großer
   Tragweite und Wichtigkeit

3. Die Bereitschaft zum Eintauchen in eine
    fantastische Welt des Zuhause bleibens

Dem ungeübten Zuhausebleiber fällt es bisweilen
nicht immer ganz leicht, seine ihm zugewiesene
Herausforderung/Rolle im Umfeld des innerhäuslichen
Bereichs mit der nötigen Professionalität und
Sorgfalt auszuüben wie es gemeinhin erwartet
wird, ist es zudem noch häufig erforderlich für
diesen protegierten Status eine langwierige
und anspruchsvolle Ausbildung zu absolvieren,
die mit summa cum laude seinen Abschluß
finden, auch nur wenigen vergönnt ist.

So gerät mitunter die geplante Aktivität des
Agitators im Umfeld des bislang Unbekannten
zeitweise ins Stocken durch etwaige Besucher,
die adhoc und ohne vorherige Ankündigung
entdeckt zu haben glauben, daß ihr jahrelanges
Fernbleiben außer ihnen selbst, von anderen keiner
Notiz für würdig befunden wurde bzw.
anscheinend überhaupt niemandem aufgefallen ist
und sie deshalb augenscheinlich plötzlich auf die Idee
gekommen sind, vormals jahrelang inaktive Beziehungs-
verknüpfungen wieder aufleben zu lassen, um dann
unvermittelt in der Tür desjenigen aufzutauchen, den
sie mit ihrer spontanen Anwesenheit glauben beglücken
zu müssen.

Nicht immer aber führt diese "bombe surprise" oder
der unvermittelte Besuch auch zur gegenseitigen Freude
und Erfüllung beider Parteien. So daß dem unfreiwilligen
und erstaunten Gastgeber oft nur noch der Gang in die
Defensive übrig bleibt und einem das eben noch für
völlig unwichtig gehaltene Meeting mit dem Gebraucht-
wagenhändler(der mit der Visitenkarte unterm Scheibenwischer)
adhoc wieder einfällt und plötzlich eine unerwartete
Aufwertung erfährt.

Der Versuch ein freundliches Gesicht zu machen
an einem Sonntag in der Früh ist schon für sich
genommen ein Unterfangen, das nur den wenigsten
wirklich überzeugend gelingen dürfte, aber diese
Bagage dann auch noch über mehrere Tage bei
sich beherbergen zu dürfen ist dann für manchen
bereits Anlaß genug, den nächsten unausgewiesenen
Notausgang zu nehmen aus dem zehnten Stockwerk
eines Hochhauses direkt hinein in die nächstgelegene
Hauptverkehrsstraße, um auf diese Weise der allzu
gut gemeinten Beglückung zu entgehen.

Das professionelle Zuhausebleiben und den damit
verbundenen Aktivitäten bedarf deshalb einer gezielten
Planung und Vorbereitung und man sollte sich nicht
scheuen, langjährige Zuhausebleiber zur Unterstützung
hinzuzuziehen, um solchen Vorkommnissen entgegen
zu wirken.

Zunächst einmal ist es immer eine gute Idee den Brief-
kasten bei Einwurftätigkeit unter Strom zu setzen und
eine Kamera an der Eingangstür zu platzieren, um gegebenen-
falls nicht zu reagieren bzw. sich tod zu stellen, wenn
unerwünschte Gäste auf der Bildfläche erscheinen.

Eingespieltes Hundegebell oder auch Yeti-Gebrüll kann
den gleichen Effekt erzielen. Man könnte auch einen kleinen
Sprengsatz mit Hundekot direkt vor der Tür platzieren, um
für den Fall gewappnet zu sein, ungeladene Gäste mit der
Herzlichkeit zu begrüßen, die ihnen auch zusteht.

Auch am Türgriff sollte mit Strom nicht gespart werden
und die Voltzahl entsprechend großzügig gewählt werden,
so daß künftige Gäste davon Abstand nehmen, sich ein
zweites Mal dem Grundstück zu nähern.

Immer auch eine Option sind Stolperdrähte im Garten
ums Haus herum verbunden mit platzenden Farbbeuteln,
die sich großzügig in der Umgebung verteilen. Spielende
Kinder werden so auf jeden Fall vertrieben.

Eine Fanfare mit Druckluft betrieben erfüllt einen ganz
ähnlichen Zweck. Wer mag kann auch mehrere Fall-
gruben über das Grundstück verteilen um unerwünschtem
Interesse vorzubeugen. Mitunter sollte man dann und
wann einmal nachschauen, ob sich jemand darin befindet.

Postboten sollte man generell darin belassen nach ein paar
Tagen hört dann auch das Rufen auf und sie sind gut
durch. Jeder Postbote der nicht in freier Wildbahn sein
Unwesen treibt und auf diese Weise dem Postdienst
entzogen  wird, kann der Menschheit nur dienlich sein.

Für die ganz hartnäckigen Kandidaten helfen nur noch
geeignete Kellerräume mit entsprechenden Ausbuchtungen
in den Ecken und der dazu passende Klappspaten, der stets
am Mann getragen werden sollte und zur vielseitigen
Verwendung geeignet ist. Sozusagen das Schweizer
Taschenmesser für den erwachsenen Herrn.

Mit diesen Tipps für den Hausgebrauch möchte ich
dieses Kapitel beschließen und vielleicht besteht dadurch
endlich einmal die Möglichkeit einen geruhsamen Sonntag
zu erleben an dem kein Besucher unerwartet die Stille
durch seine Anwesenheit zerstört.