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Monty Python
Monty Python

Freitag, 24. Februar 2017

Eine menschliche Welt...

Manchmal denke ich: Wie sieht
so eine menschliche Welt wohl aus.
Eine Welt in der man Fehler verzeiht
und sich mit Respekt und Achtung
begegnet, in der man freundlich
miteinander umgeht und ungezwungen
aufeinander zugeht. Eine Welt, die
sich nicht abgrenzt von anderen oder
sie ausgrenzt, weil sie keinen Status
haben.

Eine Welt, in der einer dem anderen
aufhilft, wenn er eine Not hat, etwas
mit anderen teilt, ohne sich bitten zu
lassen und wo es Offenheit gibt für
jederman.

Eine Welt und genau so ist es: Wir sind
eine Welt.


Samstag, 18. Februar 2017

Der rote Teppich oder Madame Tussaud's Wachsfigurenkabinett

Dieser Tage schwadronieren sie wieder hin und her
auf dem roten Teppich der Eitelkeiten, um sich der
Welt zu präsentieren in ihrer scheinbaren Makel-
losigkeit. Schön toupiert und mit dem neu aufgeblasenen
Dekolleté frisch aufgepumpt vom Tussen-Klempner
der ihnen hilfreich zur Seite stand, um die Fassade
wieder etwas aufzuhübschen.
.
Fest angekleistert, damit da nichts wackelt oder der Putz
bröckelt, falls man sich wider Erwarten doch einmal
adhoc bewegen müsste, weil die Blase drückt. Aber die
Pose sollte insgesamt schon recht stimmig sein, so daß
man's hinterher zusammen bringt und die angebrachten
Teile nicht bereits vorher das Zeitliche segnen.

Die Selbstdarsteller und gefallenen Sternchen oder
die sich dafür halten, die Selbstgefälligen, die jedes
Spiegelbild verhüllen, aus Angst vor ihrer Fratze, die
ihnen entgegen springt, wenn man die Verpackung
einmal wegläßt. Aber die Innereien, sie sind tief in
ihrem seelenlosen Innenleben verborgen. Das kleine
Monster hinter dem Lächeln verbirgt sich recht geschickt
vor jeder Kamera. Die Dämonen läßt man unterdessen
Zuhause oder versteckt sie im Keller und beläßt es bei
dem Blick auf das geliftete Äußere, das die innere
Häßlichkeit geschickt kaschiert.

Soviel Botox wie auf dem roten Teppich trifft man schließlich
eher selten an, vollkommen ausreichend um einen Teil
der Menschheit am Ableben teilhaben zu lassen. Aber
auch der Anblick mancher "Stars" erfüllt bereits den gleichen
Zweck auch ohne diesen Zusatz und läßt die Menschen
mindestens ebenso sehr erschaudern in ihrem fratzenhaften
Erscheinungsbild, mit dem sie versuchen dem Alterungsprozess
entgegen zu wirken.

Im Blitzlichtgewitter der Selbstgefälligkeit spiegelt
man sich. Man sonnt und streichelt sein Ego in der Scheinwelt
aus Geltungssucht und dem jewails herrschenden Zeitgeist.
Man täuscht und mogelt, um sich für einen Moment im Lichte
der Aufmerksamkeit glänzen zu sehen und der Presse zu
suggerieren, man sei Teil der begehrenswerten Glamour-Society.
Fast möchte man sie etwas bedauern, sollte jedoch bedenken,
es ist selbst gewählt.

Und wie immer gibt es einige "Favoriten" in diesem ganzen
Kasperltheater, der allgemein gut gefunden werden muß.
D.h.: darüber gibt es stets einen medialen Konsens,
natürlich von jederman geteilt, ohne das jemals eine inhaltliche
Auseinandersetzung hätte stattfinden können oder auch sollen.
Festgelegt von den Leuten, die das ganze absurde Theater
inszenieren, nicht von den Zuschauern, denn die spielen
kaum eine Rolle in besagten Kreisen.

Neuerdings besinnt man sich auch wieder auf "Kultur" als
Stellenwert oder was man dafür hält. Allzugern gibt man sich
doch einen "intellektuellen" und belesenen Anstrich und
versucht währenddessen irgendwie beflissen auszusehen
oder auch tiefgründig.

Was zugegebenermaßen bei manchem "Schauspielern" schon
recht eigenartig wirkt, abstruse Formen annehmen kann und
bisweilen recht amüsant wirkt, weil er sich bislang noch nie
dadurch ausgezeichnet hätte, als tiefgründiger Darsteller zu
glänzen, geschweige denn, daß er auch sonst in irgendeiner Form
als Charakterdarsteller in Erscheinung getreten wäre.

So schreibt in der Not einfach ein Käseblatt vom anderen ab, um
irgendein Statement von sich zu geben, das irgendwie den Anklang
von Bedeutsamkeit in sich trägt über das, was man im Moment für
wichtig halten müßte oder sollte. Und das ist durchweg immer
bei allen dasselbe .

Was ich mich immer Frage, bei all diesen Menschen, werden die
Leute, die am Rande des roten Teppichs stehen, eigentlich dafür
bezahlt, daß sie den Leuten so ausgiebig zujubeln oder tun
die das tatsächlich freiwillig. Man ist sich wohl nicht so ganz
schlüssig über diesen Punkt, denn an der Qualität der Arbeit
kann es ja zweifellos wohl nicht liegen, denn die ist bekanntlich
von jederman im Fernsehen/Kino zu "bewundern" und aus
meiner Sicht weit davon entfernt, daß man hierfür auch
noch irgendeine Art von Preis vergeben müßte.

Gut, wer das Mittelmaß mag, findet in der Deutschen Fernsehlandschaft
sicher reichlich Auswahl und eine große Bandbreite an Schauspielern,
die diesen Standard und dieses Metier bedienen und darin ein ausgeprägtes
Talent haben, weder das eine noch das andere wirklich gut zu beherrschen,
was die Produzenten sicher nicht  davon abhält, diese trotzdem in großer
Bandbreite und Vielfalt in der Abendunterhaltung schamlos auch einzusetzen
bei allen möglichen Gelegenheiten und Anlässen ohne tiefergehendes Format.

Wie auch immer, es herrscht der Zwang zur Auszeichnung, und diesem
muß man gerecht werden. So zeichnet man eben irgendeinen Film mit
irgendwelchen Schauspielern aus, so daß wieder Ruhe ist im Karton
und wir uns alle wieder hinlegen können nach diesem aufgeblasenen
Spektakel voller Heuchelei und mentaler Selbstbefriedigung.






Mittwoch, 15. Februar 2017

Alle Gewalt geht vom Volke aus...

Artikel 20 des Grundgesetzes. Inzwischen
wird ja gedacht und erinnert, daß es nur
so ein Art ist. Als sei es ein Wettbewerb,
in dem man sich gegenseitig übertrumpfen will
in seiner Erkenntnis und zeigen, was man doch
alles aus der Vergangenheit bereits gelernt
hätte. Ein buntes Potpourri der schönen Er-
innerungen, auf die man gerne zurück blickt.
Ein Showdown der politischen Mandatsträger,
die unablässig die Freiheit proklamieren und
dabei nur ihre eigene im Sinn haben.

Stefan Heym, einer der Vordenker der sogenannten
Bürgerbewegung der ehemaligen DDR sagte: "Alle
Menschen müssen an der Macht beteiligt werden"

Inzwischen aber sind wir ja bereits wieder an
einem ganz anderen Punkt. Die Erinnerungskultur
wird zu einer persiflierten Show einer kleinen
Machtelite, die man dazu benutzt um eine neue
Weltordnung ins Leben zu rufen, die natürlich
auch wieder eine dieser "Notwendigkeiten" ist,
die für alle unabkömmlich ist.

Gemeint sind damit aber nur die Bürger, die man
damit besser kontrollieren kann nur dieses mal
auf globaler Ebene.

Und längst hat man sich wieder einmal des Volkes
entledigt. Man erinnert um ein Dekor zu schaffen,
nicht damit die Menschen zueinander finden.

In Berlin möchte man auch wieder so ein Stück
"Kultur" aufstellen oder konstruieren. Man könnte
auch sagen, man möchte dem Volk seine Geschichte
wieder einmal überstülpen. Eine verordnete Gedenk-
kultur. Es nennt sich "Freiheits- und Einheitsdenkmal",
was auch immer damit gemeint ist

Das Schaukeldenkmal in Berlin zu dem man sich
nach einer Inszenierung von Scheingefechten
entschlossen hat und das mir erscheint wie
ein weiteres feature aus der "Schönkultur"
des Disney Lands der Politik - es soll dem geschichtlichen
Ereignis gerecht werden. Ein Mahnmal, ersonnen aus
der Schicki-Micki-Society, die sich immer als etwas
Besonderes präsentieren wollen. Besonders ja, aber
besonders abgehoben. Demokratie geführt von
Bürokraten und Betonköpfen.

Die Mächtigen feiern sich unterdessen schon einmal selbst,
wie üblich und geben sich gegenseitig die Klinke in
die Hand, beglückwünschen sich zu ihrem grandiosen
Coup,  wie sie es geschafft haben, die Bürger
geschickt aus der Beteiligung an der Macht aus-
zuklammern die sie immer so sehr proklamieren,
durch Abgabe der Entscheidungsbefugnis an Banken
und Konzerne. Politische Abkommen wie CETA
sprechen ihre eigene Sprache.

Die Einheit Deutschlands ist verkommen zu einer
Präsentationsveranstaltung einer kleinen Machtelite,
die immer wieder die Werte von Freiheit und
Demokratie beschwört, dabei aber das Gegenteil
davon im Sinn hat.

Wie es einst mit dem Apparat der Ex-DDR geschah
kurz bevor dieser sich auflöste. Eine Parade der
Stagnation und der hilflosen resignativen Experimente,
besser eine Scharade der Irrläufer und politischen
Wirrköpfe flanieren vor dem Volk, wie aufgeblasene
Gockel um diese dazu zu bewegen, ihnen ihr Vertrauen
auszusprechen, das sie zuvor so sehr mißbrauchten.

Ein Zerrbild einer Demokratie, das nur noch den
Mächtigen dient und nicht mehr den Menschen

Es ist wahrlich kein Zeichen der Überlegenheit
seine Macht unablässig dem Volk zu präsentieren,
sondern ein Zeichen großer Schwäche und Unsicherheit,
so etwas zu tun. Und je dekadenter ein Machtsystem
ist, desto pompöser werden die Machtsymbole,
dessen sich dieses System bedienen muß,
damit es auf das Volk noch irgendwie glaubhaft wirken
kann. Ein Stadtschloß, eine Elbphilharmonie und
massenweise Denkmäler, die man irgendwo platziert,
um so aller Welt zu zeigen wie beflissen doch
die eigene Kultur dazu gelernt hat.

Das Volk hat nur noch zu entscheiden, vom wem
sie mehr oder weniger ausgebeutet werden wollen
und ansonsten hat es sich mit den Brotkrumen
zufrieden zu geben, die vom Tische der Reichen
im Lande abfallen. Das Wohl der Menschen liegt
längst nicht mehr im Blickfeld der Politik - denn
warum sonst zettelt man Kriege an, von denen man
ohnehin weiß, das niemand sie jemals gewinnen
wird. Der Krieg ist ein Versagen des Systems
und man produziert damit genau das Elend, was
man verhindern will.

Wie es auch sei: Die Macht liegt inzwischen bei
denen, die das Kapital haben und sie nutzen dieses
Kapital, um diese Welt auf der wir alle leben, nach
ihrem Bild und ihren Vorstellungen zu formen.
Und was dabei zählt sind einzig: Gewinnmaximierung
um jeden Preis. Menschen sind nur dann von
Interesse, wenn sie alles diesem Ziel unterwerfen.

In so einer Welt gibt es nur eine Wahrheit und
das ist die des Geldes. Vertreten wird sie durch die
Autokratie einer Merkel, der EU oder auch der USA/
Russland usw. Sie haben das Wort "alternativlos" zu
ihrem Leitmotto erhoben, um dem Bürger jegliches
Fundament für Widerspruch zu entziehen. Demokratie
bedeutet für sie offenbar, für sich selber alle
Privelegien in Anspruch zu nehmen, während man
den Bürgern alle Schwierigkeiten zumutet für die
man sich selber nie hergeben würde.